In der Kreislaufwirtschaft eines Betonwerks übernimmt die BIBKO ClearPress eine Schlüsselrolle: Sie reguliert die Dichte im Rührwerksbecken, indem sie Feststoffe effizient vom Restwasser trennt. Dieser Prozess basiert auf dem exakten Zusammenspiel von hydraulischem Druck und mechanischer Dichtigkeit innerhalb des sogenannten Plattenpakets. Das Paket besteht aus aneinandergereihten Filterplatten, die durch eine Hochleistungshydraulik so verpresst werden, dass dichte Filterkammern entstehen.
Das Filtertuch fungiert dabei als physikalische Barriere, die Feststoffe zurückhält, während das Klarwasser abfließt. Es ist jedoch weit mehr als ein Trennmedium; es ist eine sicherheitskritische Dichtungskomponente. Vernachlässigte Pflege führt zu einem gefährlichen Dominoeffekt:
- Dichtverlust: Zementreste an den Dichträndern verhindern den kraftschlüssigen Verschluss des Plattenpakets.
- Seitenspritzen: Da die Beschickungspumpe das Restwasser mit hohem Druck einpresst, tritt bei Undichtigkeit alkalisches Restwasser (pH 11–13) aus.
- Verschleiß: Das aggressive Wasser schädigt auf Dauer Plattenführungen und Hydraulik.
- Effizienzverlust: Verstopfte Poren erhöhen den Widerstand, wodurch die Zykluszeiten steigen und die Pumpe thermisch belastet wird.
Das Filtertuch als belastete Membran zwischen Klarwasser und Schlamm
Hinter der schlichten Optik verbirgt sich Textiltechnik auf Industrieniveau. In der ClearPress kommen Multifilament-Gewebe aus Polypropylen zum Einsatz, die chemisch resistent gegen das alkalische Milieu sind und eine enorme Zugfestigkeit aufweisen. Damit das Tuch über hunderte Zyklen funktioniert, ist die korrekte Tuchspannung entscheidend.
Sitzt das Tuch locker oder wurde es beim Einbau nicht exakt in die vorgesehenen Haltepunkte der Filterplatte gesteckt, bilden sich beim Schließen der Presse Falten. An diesen Faltstellen entstehen Druckspitzen, die das Gewebe zerquetschen. Die Folge ist der gefürchtete „Trüblauf“ – das Klarwasser wird durch gerissene Fasern wieder mit Feststoffen kontaminiert. Ein perfekt gespanntes Tuch hingegen sorgt für einen gleichmäßigen Kuchenaufbau und schützt die Dichtränder der Platten.
Zementhydratation im Gewebe: Wenn das Filtertuch schleichend versteinert
In der Restwasseraufbereitung eines Betonwerks haben wir es mit einer tückischen Mischung zu tun. Während grobe Sandkörner die Poren des Gewebes kaum verstopfen können, stellen die Zement-Feinststoffe mit einer Partikelgröße von oft unter 2 µm eine enorme physikalische Herausforderung für die Filtertücher dar. Durch den hohen Pressdruck wandern sie tief in das Innere des Multifilament-Gewebes ein. Man spricht hier von einer Tiefenfiltration, die im Laufe der Zeit in eine irreversible Gewebeblindung übergeht.
Die eigentliche Gefahr für die Funktionalität ist jedoch die chemische Reaktion während der Stillstandzeiten. Da Zement unter Feuchtigkeit hydratisiert, bilden diese eingedrungenen Partikel über Nacht oder am Wochenende feste kristalline Strukturen im Inneren der Fasern. Das Tuch verliert dadurch seine Flexibilität und „versteinert“ buchstäblich.
Die Folgen für Ihren Betrieb: Der Energiebedarf der Speisepumpe steigt, während die Durchflussrate sinkt. Ein Zyklus, der initial 20 Minuten dauerte, kann sich auf über 40 Minuten verdoppeln. Zudem führt das verstopfte Gewebe zum sogenannten „Matsch-Effekt“: Das Wasser findet keinen Weg mehr nach draußen, wodurch der Filterkuchen im Kern flüssig bleibt. Dies erschwert nicht nur den Abwurf, sondern treibt durch das zusätzliche Wassergewicht direkt Ihre Deponiekosten in die Höhe.
Verkrustete Tuchränder zwingen die Hydraulik in die Knie
Ein oft unterschätztes Phänomen ist der Schmutzrand am Plattenrand. Bleiben dort Zement- und Sandreste haften und werden nicht entfernt, wirken sie am nächsten Tag wie ein Distanzhalter aus Beton. Das Plattenpaket, das für den Verschluss mit mehreren Tonnen Druck ausgelegt ist, kann nicht mehr plan schließen.
Selbst ein Rückstand von nur wenigen Millimetern reicht aus, um die Dichtigkeit aufzuheben. Das austretende Spritzwasser verteilt sich als feiner Nebel auf Sensoren, Kolbenstangen und Führungen. Die darin enthaltenen chemischen Zusätze und der hohe pH-Wert verursachen schleichende Korrosion an Bauteilen, die eigentlich auf Jahrzehnte Betrieb ausgelegt sind. Ein sauberer Tuchrand ist daher keine Frage der Ästhetik, sondern eine technische Notwendigkeit für den Werterhalt und die Funktion der Gesamtanlage.
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Breitfächer statt Punktstrahl: Die fachgerechte mechanische Reinigung
Der Hochdruckreiniger ist das wichtigste Werkzeug für den Bediener, wenn es um die Reinigung der Filtertücher geht. Gleichzeitig ist eine falsche Anwendung die häufigste Ursache für vorzeitige Tuchdefekte:
- Das Todesurteil Punktstrahl: Wer mit einem harten Punktstrahl Verkrustungen lösen will, schneidet die Multifilament-Fäden wie mit einem Messer durch. Das Tuch ist sofort unbrauchbar.
- Der Breitfächerstrahl: Nutzen Sie ausschließlich Breitfächerdüsen. Dieser „Wasserteppich“ schiebt die Partikel aus den Poren, ohne die Faserstruktur thermisch oder mechanisch zu überlasten.
- Systematik: Reinigen Sie immer von oben nach unten und legen Sie besonderes Augenmerk auf die Dichtflächen. Wer am Schichtende 10 Minuten in die Reinigung investiert, spart am nächsten Morgen Stunden an Ausfallzeit.
Die automatische Absäuerung: Das Upgrade für maximale Standzeiten
Irgendwann stößt jede noch so gewissenhafte mechanische Reinigung an ihre physikalischen Grenzen. Wenn Zementfeinstoffe und Kalkbrücken erst einmal tief in die Kapillaren des Multifilament-Gewebes eingepresst wurden, bleibt jeder Hochdruckreiniger wirkungslos. Anstatt die Tücher nun in einem mühsamen, mehrstündigen Prozess manuell auszubauen und in externen Säurebecken zu regenerieren, bietet BIBKO mit der automatischen Absäuerung ein optionales System-Upgrade an, das die Tuchpflege vollständig automatisiert.
Dieses Modul ist die Antwort auf die Forderung nach minimalem Personaleinsatz bei maximaler Anlagenverfügbarkeit. Die Integration erfolgt direkt in die intelligente Anlagensteuerung der ClearPress:
- Verschluss und Flutung per Knopfdruck: Am Schichtende wird das Plattenpaket geschlossen. Über eine separate Verrohrung und spezifische Ventilschaltungen flutet das System die Presse mit einem exakt dosierten Säure-Wasser-Gemisch.
- Die SPS als „digitaler Nachtwächter“: Das Herzstück dieses Upgrades ist die individuell programmierte Zeitschaltuhr in der SPS. Sie steuert den gesamten Regenerationszyklus autark. Während das Werk ruht, wirkt die Säure über einen Zeitraum von 5 bis 8 Stunden genau dort, wo die Versteinerung sitzt: im Kern des Gewebes.
- Chemische Tiefenreinigung ohne Handarbeit: Die chemische Reaktion löst die Calciumverbindungen auf, die das Tuch spröde machen. Die Fasern gewinnen ihre ursprüngliche Elastizität zurück, was das Risiko von Gewebebrüchen drastisch senkt.
- Autarker Schichtstart: Pünktlich vor Arbeitsbeginn sorgt die Steuerung dafür, dass das Gemisch in den Vorratsbehälter zurückläuft und das System kurz gespült wird. Wenn die Frühschicht beginnt, ist die ClearPress bereits einsatzbereit – mit der Filtrationsleistung einer Neuanlage.
Dieses Upgrade-Modul verwandelt die Instandhaltung von einer lästigen Pflicht in einen automatisierten Hintergrundprozess. Durch die konsequente chemische Tiefenreinigung im eingebauten Zustand wird die Standzeit eines Tuchsatzes oft verdoppelt. Für Anlagenbetreiber bedeutet das: weniger Ersatzteilkosten, keine manuellen Reinigungsintervalle und ein konstant hoher Trockensubstanzgehalt des Filterkuchens.
Aus der Praxis: Wenn Klarwasser zum qualitativen Qualitätswächter wird
Bei einem unserer Kunden wurde die ClearPress gezielt eingesetzt, um einen massiven Wasserüberschuss im Werk zu bewältigen. Da das System im Bypass-Betrieb arbeitet und die Dichte im Rührwerksbecken kontinuierlich reguliert, entsteht ein stabiler Kreislauf. Das gewonnene Klarwasser ist so sauber, dass es direkt zum Anmischen von neuem Beton verwendet wird – eine Effizienz, die ohne gepflegte Filtertücher in dieser Form nicht möglich wäre.
Auch bei einem weiteren Kunden fungiert die Anlage als kritischer Qualitätswächter. Da hier Betonsorten produziert werden, die laut Rezeptur kein herkömmliches Restwasser enthalten dürfen, ist das Werk auf die Reinheit des Filtrats angewiesen. Die Pflege der Tücher ist hier absolut kein „Nice-to-have“, sondern eine Voraussetzung für die Einhaltung von Normen. Nur wenn das Tuch frei von Zementhydratation bleibt, liefert die Presse jene Wasserqualität, die auch für sensible Betonsorten zulässig ist.
Fazit: Wer am Filtertuch spart, zahlt bei der Instandhaltung und Sicherheit drauf
Die Analyse der Instandhaltungsprozesse macht deutlich: Das Filtertuch ist das funktionale Bindeglied zwischen mechanischer Integrität und wirtschaftlicher Entwässerung. Vernachlässigte Pflege – insbesondere das Auslassen der täglichen Reinigung der Tuchränder – führt zu einem gefährlichen Dominoeffekt. Wie die Experten im Interview warnten, ist ein spritzendes Plattenpaket nicht nur ein technisches Problem, sondern bei pH-Werten von 11 bis 13 ein massives Verletzungsrisiko für das Personal, insbesondere für die Augen.
Eine konsequente Wartungsstrategie, die den Einsatz von Breitfächerdüsen und die SPS-gesteuerte automatische Absäuerung kombiniert, ist der effektivste Hebel, um Betriebskosten zu senken. Wer in die Elastizität der Tücher investiert, vermeidet den „Matsch-Effekt“ im Filterkuchen, senkt seine Deponiekosten und schützt die teure Anlagenperipherie vor schleichender Korrosion. Am Ende ist ein gepflegtes Tuch die günstigste Versicherung gegen teure Stillstandzeiten und unvorhersehbare Instandsetzungskosten.
FAQ zur Filtertuch-Instandhaltung der ClearPress
Woran erkenne ich den optimalen Zeitpunkt für einen Tuchwechsel?
Ein Tuchwechsel ist unumgänglich, wenn trotz fachgerechter mechanischer Reinigung und automatischer Absäuerung der Filtrationsdruck bereits zu Beginn des Zyklus ungewöhnlich hoch ist oder die Zykluszeiten dauerhaft über 100 % des Normalwertes liegen. Ein weiteres Warnsignal ist der „Trüblauf“: Tritt im Filtrat-Ablauf massiv Feststoff aus, deutet dies auf einen Gewebebruch oder mechanischen Verschleiß an den Knickkanten hin.
Warum darf die Reinigung der Tuchränder ausschließlich mit Klarwasser erfolgen?
Die Verwendung von Restwasser aus dem Rührwerksbecken zur Reinigung der Dichtflächen ist kontraproduktiv. Im Restwasser enthaltene Feinststoffe würden sich direkt wieder in die offenliegenden Poren des Gewebes setzen und unter dem Schließdruck der Hydraulik verfestigen. Nur partikelfreies Klarwasser garantiert, dass die Dichtränder rückstandsfrei bleiben und das Plattenpaket kraftschlüssig schließt.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Gewebeblindung?
Höhere Umgebungstemperaturen, insbesondere im Sommer, beschleunigen die Hydratation des Zements im Gewebe massiv. Wenn die Presse über das Wochenende bei Resthitze und Feuchtigkeit stillsteht, „versteinern“ die Tücher schneller. In solchen Phasen ist die Nutzung des automatischen Absäuerungs-Upgrades besonders kritisch, da es die chemische Erhärtung proaktiv unterbindet, bevor der Zementleim irreversibel kristallisiert.
Kann eine falsche Kuchenbildung das Filtertuch mechanisch beschädigen?
Ja. Wenn die Kammern aufgrund verstopfter Tücher ungleichmäßig befüllt werden, entstehen innerhalb des Plattenpakets unterschiedliche Druckverhältnisse. Diese einseitige Belastung führt zu Biegespannungen an den Filterplatten und kann das Tuch zwischen den Dichtkanten regelrecht abscheren. Ein homogener, stichfester Filterkuchen ist daher nicht nur ein Entsorgungsvorteil, sondern der beste Schutz für die mechanische Integrität der gesamten ClearPress.
Ist die automatische Absäuerung auch für bestehende Anlagen nachrüstbar?
In den meisten Fällen ist das Upgrade-Modul für die BIBKO ClearPress nachrüstbar. Da das System auf der SPS-Steuerung basiert, müssen die entsprechenden Ventilschaltungen, die Verrohrung für das Säure-Gemisch und die Software-Logik implementiert werden. Dies ist eine lohnende Investition für Werke, die ihre manuellen Wartungsintervalle reduzieren und die Lebensdauer ihrer Tuchgarnituren messbar steigern wollen.



