In der industriellen Fertigteilherstellung gehört Zementschlamm zu den größten logistischen Herausforderungen. Das physikalische Verhalten dieser Suspensionen – geprägt durch einen hohen Wasseranteil und eine schnelle Sedimentationsneigung – belastet herkömmliche Recyclingkreisläufe. Wenn Sie Zementschlamm lediglich in Absetzbecken lagern, entstehen hohe Kosten für das regelmäßige Ausbaggern und die Entsorgung von wasserhaltigem, schwerem Material.
Die technologische Antwort darauf ist eine kontrollierte mechanische Entwässerung. Durch den Einsatz einer Kammerfilterpresse trennen Sie Feststoffe so effizient von der Flüssigphase, dass beide Stoffströme als wertvolle Ressourcen in Ihre Produktion zurückfließen. So erreichen Sie das Ziel einer Zero Waste Produktion und senken gleichzeitig Ihre Betriebskosten.
Technische Analyse Ihrer Ist-Situation
Wir berechnen für Sie, wie stark eine automatisierte Entwässerung Ihre monatlichen Entsorgungsgebühren reduziert.
Konventionelles Absetzbecken vs. BIBKO® ClearPress
Um den wirtschaftlichen Vorteil einer automatisierten Aufbereitung zu bewerten, hilft ein Blick auf den direkten Systemvergleich:
Faktor | Absetzbecken (konventionell) | BIBKO® ClearPress System |
|---|---|---|
Zustand Feststoff | Flüssig bis pastös | Stichfest und stapelbar |
Logistik-Aufwand | Hohes Transportgewicht (Wasserlast) | Minimiertes Volumen (hoher TS-Gehalt) |
Reinigungsaufwand | Manuelles, teures Ausbaggern | Automatisierter Austrag |
Wasserqualität | Trübwasser (verschleißintensiv) | Glasklares Filtratwasser |
Engineering statt Behelfslösung – Warum Filtration ein Rührwerk erfordert
Ein häufiges Missverständnis in der Planung ist die Annahme, eine Filterpresse könne als isoliertes Modul an einem herkömmlichen Absetzbecken betrieben werden. In der Praxis führt dies jedoch schnell zu Prozessstörungen.
Eine Kammerfilterpresse wie die ClearPress benötigt für einen stabilen Betrieb eine homogene Suspension. Da Zementfeinteile extrem schnell sedimentieren und am Boden aushärten, ist ein Rührwerk im Sammelbecken eine notwendige Voraussetzung. Das Rührwerk hält die Partikel in der Schwebe und garantiert, dass die Presse gleichmäßig beschickt wird. Sollten Sie aktuell nur über statische Absetzbecken verfügen, ist die Umrüstung auf ein aktives Rührwerksbecken der erste Schritt, um Ihren Schlamm industriell aufzubereiten.
Wertstoff statt Abfall – Verwertungswege für den entwässerten Filterkuchen
Durch den Einsatz der Druckfiltration erzielen Sie einen Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) von 40 % bis 60 %. In diesem Zustand ist der Zementschlamm kein flüssiges Entsorgungsproblem mehr, sondern ein stichfester Filterkuchen, der unter die Ersatzbaustoffverordnung fällt.
Diese mechanische Zustandsänderung eröffnet Ihnen neue, wirtschaftliche Verwertungswege:
- Zementindustrie: Viele Zementwerke nehmen den Filterkuchen als Rohstoffersatz für ihre Brennprozesse an.
- Sekundärbaustoff: Unter Einhaltung der regionalen Vorgaben zum pH-Wert ist ein Einsatz im Erdbau oder für Auffüllungen möglich.
- Deponierung: Falls keine stoffliche Verwertung erfolgt, sparen Sie bei der Deponierung erhebliche Kosten, da Sie kein Wasser mehr gewichtsmäßig bezahlen.
Filtratwasser als wertvolle Ressource für Ihre Produktion nutzen
Das durch die Presse gewonnene Klarwasser ist nahezu vollständig frei von Schwebstoffen. Anstatt es als Abwasser zu behandeln, führen Sie es direkt in den Werkskreislauf zurück.
Dieses Filtratwasser bietet Ihnen eine hohe chemische Reinheit und ist im Werk vielseitig einsetzbar:
- Anmachwasser: Nutzung für neue Betonmischungen ohne Risiko für die Rezepturstabilität.
- Oberflächenveredelung: Einsatz bei Waschbeton-Verfahren oder Schleifanlagen.
- Reinigungsprozesse: Rückführung zur Reinigung der Mischanlagen und Transportfahrzeuge.
Beachten Sie beim Einsatz den hohen pH-Wert des Wassers. Da es stark alkalisch ist, sollte die Rückführung bevorzugt in geschlossenen Systemen erfolgen. So profitieren Sie von einer stabilen Wasserqualität und reduzieren gleichzeitig Ihren Frischwasserbezug.
Amortisation durch Dichtestabilität und Verschleißschutz
Die Entscheidung für eine prozessnahe Zementschlamm-Aufbereitung amortisiert sich nicht nur über die Logistik. Ein oft unterschätzter Faktor ist der Schutz Ihrer gesamten Anlagentechnik.
Durch die kontinuierliche Entnahme der Feinteile regulieren Sie die Dichte Ihres Restwassers. Ein kontrollierter Feststoffgehalt im Wasser reduziert den Verschleiß an Ihren Pumpen, Ventilen und Leitungen spürbar. Da Sie bei der physikalischen Filtration über die ClearPress zudem auf chemische Flockungsmittel verzichten, bleibt das chemische Profil Ihres Wassers stabil. Dies sichert Ihnen ein vorhersehbares Erstarrungsverhalten Ihres Betons – ein wesentlicher Faktor für die Qualitätssicherung in der Fertigteilproduktion.
Bereit für eine prozesssichere Lösung ohne Schlamm-Ablagerungen?
Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie wir eine Filterpresse in Ihre bestehende Infrastruktur integrieren.
FAQ – Fragen zur Aufbereitung von Zementschlamm
Warum ist ein Rührwerk für den Betrieb der Filterpresse notwendig?
Ohne Rührwerk würden die Zementfeinteile im Sammelbecken sedimentieren und verhärten. Die Filterpresse benötigt eine gleichmäßige Suspension, um die Filterkammern vollständig und effizient zu füllen.
Können bestehende Absetzbecken nachgerüstet werden?
Ja, eine Nachrüstung ist in den meisten Fällen möglich. Oft wird das vorhandene Becken durch den Einbau von Rührwerkstechnik und einer Beschickungspumpe für den Betrieb mit einer BIBKO® ClearPress vorbereitet.
Wie wird der Filterkuchen entsorgt oder verwertet?
Durch den hohen Entwässerungsgrad ist der Kuchen stichfest und kann als Sekundärbaustoff im Straßen- oder Erdbau sowie als Rohstoff in Zementwerken eingesetzt werden. Die spezifischen Verwertungswege hängen von den lokalen Anforderungen der Ersatzbaustoffverordnung ab.
Welchen Einfluss hat die Filtration auf die Betonqualität?
Da BIBKO® auf eine rein physikalische Trennung ohne chemische Zusatzstoffe setzt, bleibt die Wasserchemie unverändert. Das Erstarrungsverhalten und die Festigkeitsentwicklung Ihres Betons werden somit nicht negativ beeinflusst.
Wie hoch ist der Wartungsaufwand für eine Filterpresse?
Die Systeme arbeiten weitgehend automatisiert. Der Wartungsaufwand beschränkt sich im Wesentlichen auf die regelmäßige Kontrolle der Filtertücher und die Reinigung der Sensorik, was im Rahmen der üblichen Werksinstandhaltung problemlos erfolgt.




