Ist Beton umweltfreundlich? Chancen und Herausforderungen verstehen

Inhaltsverzeichnis

Die Frage, ob Beton umweltfreundlich sein kann, beschäftigt die Baubranche seit Jahren. Beton gilt oft als Klimasünder – und das durchaus zu Recht: Weltweit verursacht die Herstellung von Zement, dem Hauptbestandteil von Beton, etwa 8 % der globalen CO₂-Emissionen. Doch Beton ist auch langlebig, vielseitig und im Recycling erstaunlich nachhaltig. Entscheidend: Mit systematischem Betonrecycling – insbesondere der Wiederverwendung von Flüssigbeton – lässt sich der ökologische Fußabdruck erheblich reduzieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beton umweltfreundlich machen bedeutet CO₂-Emissionen senken und natürliche Ressourcen wie Sand und Wasser sparen.
  • BIBKO-Recyclinganlagen ermöglichen die Wiederverwendung von Flüssigbetonresten in einem geschlossenen Kreislauf.
  • Nachhaltiges Betonrecycling spart Kosten, schont die Umwelt und stärkt Ihr grünes Image am Markt.
  • Rechtliche Vorgaben fördern den Einsatz von Recycling-Beton – für mehr Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.

Klimabilanz von Beton: Wo liegt das Problem?

Beton hat einen schlechten Ruf, was seine Umweltverträglichkeit angeht. Dabei ist Beton selbst gar nicht das Problem. Der Prozess der Betonproduktion ist das, was die Umweltbilanz des wichtigen Baustoffs so schlecht aussehen lässt. Denn die Betonherstellung erfordert:

  • Zementproduktion: energieaufwendig, hohe Temperaturen – ~0,9 t CO₂ pro Tonne Zement.
  • Rohstoffverbrauch: enorme Mengen an Sand und Kies.
  • Wasserverbrauch: für Mischung, Kühlung und Reinigung.
  • Transport & Produktion: weitere CO₂-Emissionen.

Dieses Zusammenspiel macht Beton zu einem wichtigen Fokus für umweltfreundliche Innovationen. Denn auf Beton zu verzichten, ist keine Option. Daher ist es umso wichtiger, einen Weg zu finden, die Produktion von Beton umweltfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten.

Ressourcen schonen: Sand, Kies und Wasser im Bau clever einsetzen

Der Abbau von Sand und Kies zerstört Lebensräume, verändert Flussläufe und beeinträchtigt Grundwasser. Auch Trinkwasser kommt im Beton zum Einsatz. Jeder Liter eingesparter Beton oder Wasser ist daher ein Gewinn für Umwelt und Klima.

47 Millionen Kubikmeter Beton werden im Jahr in Deutschland verbaut – für Brücken, Häuser, Industrieanlagen und andere Bauten. Das entspricht rund 110 Millionen Tonnen. Im Vergleich dazu fallen hierzulande im Jahr etwa 220 Millionen Tonnen Bauabfälle an. (Quelle: MDR) Gut die Hälfte dieser Abfälle ist Beton. Das bedeutet, dass im Jahr in Deutschland etwa genauso viel Beton entsorgt wird, wie neu verbaut.

Restbeton-Recycling: So reduzieren Sie Rohstoffverbrauch und CO₂

Aus diesem Grund ist Recycling-Beton heute ein großes Thema. Klassischer RC-Beton besteht nur zum Teil aus Sand und Kies und zu einem Teil aus zerkleinertem Altbeton. Rezyklierte Gesteinskörnungen aus Bauschutt-Recycling senken so den Primärrohstoffbedarf.

  • Deutschland recycelte 2020 etwa 47 Mio. t Bauschutt – davon wurde allerdings nur wenig als Beton‑Recyclingbeton verwendet.
  • Festbetonrecycling: Zerkleinert, gesiebt und ersetzt Kies/Sand.
  • Frischbetonrecycling: Rückführung von Restwasser und Gesteinskörnung direkt in den Produktionskreislauf.

Beide Wege ermöglichen Einsparung von Material, Wasser und CO₂. Doch während das Festbetonrecycling mit einer Menge Herausforderungen verbunden ist, ist das Frischbetonrecycling ein Verfahren, das in jedem Beton verarbeitenden Unternehmen direkt vor Ort durchgeführt werden kann.

Flüssigbeton-Recycling: Ein unterschätzter Hebel für mehr Nachhaltigkeit

Hier liegt ein Schwerpunkt beim Recycling von Flüssigbetonresten – z. B. aus Fahrmischer‑Wäsche. BIBKO bietet spezielle Anlagen zur Trennung von Sand und Kies aus Flüssigbeton.

Dabei entstehen zwei Wertstoffe:

  • Gewaschene Körnung zur direkten Wiedereinbindung in die Betonproduktion
  • Wasser, das nach Klärung (z. B. pH-Anpassung) rückgeführt oder recycelt wird

Der große Vorteil: Ein geschlossener Kreislauf. Waschwasser wird in der Recyclinganlage behandelt, Sand, Kies und Zement separiert und unmittelbar wiederverwendet. Übrig bleibt nur Wasser im Rührwerksbecken, das ebenfalls wiederverwendet werden kann. Es verbleiben keine Reststoffe zur Entsorgung.

So bildet das BIBKO Recycling-System einen geschlossenen Kreislauf.

So senken Sie mit Flüssigbeton-Recycling CO₂ und Kosten

Unabhängig davon, für welches System Sie sich entscheiden – beide reduzieren den CO₂-Ausstoß deutlich und schonen die natürlichen Ressourcen Sand und Kies. Denn gerade die Sandknappheit ist ein global zunehmendes Problem, das der Baubranche in den nächsten Jahrzehnten noch so manche Sorgenfalten bescheren wird.

Konkretes Einsparbeispiel:

Angenommen, ein Werk recycelt 500 m³ Flüssigbeton jährlich:

  • Man geht davon aus, dass durchschnittlich 10–20 l Wasser pro Tonne Beton, der recycelt wird, eingespart werden;
  • Bei 1 m³ Flüssigbeton (~2,4 t) entspricht das rund 24–48 m³ Wasser pro 1 m³ Restbeton.
  • CO₂-Einsparung: ⅓ bis ½ der Emissionen der Zementproduktion pro recyceltem m³ – also mehrere Hundert kg CO₂ pro m³.

Das Einsparpotenzial für Unternehmen durch konsequentes Recycling von Flüssigbeton ist damit enorm. So kann jedes Unternehmen, das mit der Produktion und der Verarbeitung von Beton zu tun hat, einen Teil zur Erfüllung der ehrgeizigen Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland und damit zur Steigerung der Nachhaltigkeit im Baugewerbe ganz allgemein leisten.

Rechtliche Vorgaben für nachhaltigen Beton und Recycling

Bei der Frage, wie umweltfreundlich Beton wirklich ist, darf auch die rechtliche Sicht der Dinge nicht außer Acht gelassen werden. So gibt es verschiedene Rechtsgrundlagen, die Unternehmen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Abfällen einerseits und mit Rohstoffen andererseits verpflichten.

  • KrWG (§ 6): Hier ist als Priorität die Abfallvermeidung genannt. Wenn das nicht geht, soll eine stoffliche Verwertung von Abfällen erfolgen.
  • DIN EN 1008 regelt Wasser aus Recycling als Einsatzwasser.
  • Nach Neutralisation und Klärung endet die Abfalleigenschaft (KrWG § 5).
  • BIBKO‑Anlagen erfüllen diese Vorgaben durch technisch geführte Prozesse.

Wirtschaftliche Vorteile durch Beton-Recycling mit BIBKO

  • ✅ Investitionen in BIBKO‑Anlagen (z. B. ComTec‑Systeme) amortisieren sich meist innerhalb weniger Jahre.
  • ✅ Einsparungen ergeben sich durch:
    • ➡️ reduzierte Entsorgungskosten
    • ➡️ geringeren Primärmaterialbedarf
    • ➡️ Rückführungsfähigkeit von Wasser ins Werk

Das spart Betriebskosten und verbessert die Ressourceneffizienz. Außerdem kann das Thema Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor bei der Neukundengewinnung sein. Immer mehr Unternehmen setzen bei der Suche nach Zulieferern und Dienstleistern auf Firmen, die auf Nachhaltigkeit in der Produktion und im Transport Wert legen.

Spätestens seit der Verschärfung des Lieferkettensorgfaltspflichtgesetzes zum 01.01.2024 sind hier viele Unternehmen stark sensibilisiert. Geschicktes Marketing mit dem Thema Nachhaltigkeit und Transparenz, was die Wiederverwertung von Flüssigbetonabfällen angeht, kann Ihre Position am Markt daher erheblich verbessern.

Praxisbeispiele

  • Rehm Kies- & Betonwerk nutzt BIBKO‑Technik für Sand- und Kiesaufbereitung.
  • Dyckerhoff setzt für die ressourcenschonende Aufbereitung der anfallenden Restbetonmengen im Transportbetonwerk in Emden auf ein Restbetonrecyclingsystem aus dem Hause BIBKO.
  • Fuchs Fertigteilwerke und Klebl, Tönnissen, Mayer investierten in Systeme zur Restbeton- und Waschwasserrückgewinnung.

Solche Beispiele belegen deutliche Fortschritte, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit in der Betonindustrie geht. Durch die Schaffung von Kreisläufen bei der Nutzung und die Wiederverwertung von Rohstoffen, werden knapper werdende Ressourcen wie Sand besser genutzt.

Recycling von Restbeton: Ihre Vorteile auf einen Blick

CO₂-Reduktion: Weniger Zementbedarf, kürzere Transportwege.

Ressourcenschonung: Sand/Kies‑Knappheit wird begegnet.

Wassereinsparung: Rückführung von Wasser, spart Frischwasser.

Kostenvorteile: weniger Abfallkosten, günstiger Materialeinsatz.

Marktposition: „grünes Image“, Nachfrage von öffentlicher Hand und klimabewussten Kunden.

Rechtliche Sicherheit: KrWG-konforme Verfahren vermindern Haftungsrisiken.

Herausforderungen und Lösungen beim Einsatz von Recycling-Beton

Klassischer Restbeton, der recycelt wird, bringt allerdings eine ganze Reihe von Herausforderungen mit: Es gibt verschiedene DIN-Vorgaben und Richtlinien zur Festigkeit und Sicherheit des Baustoffs aus Recyclingmaterial zu sichern.

Auch der Transport von Abbruchbeton zu Ihrem Unternehmen verursacht wiederum CO₂. Je nach Entfernung kann auch das ein Punkt sein, der die CO₂-Bilanz negativ beeinflusst. Hier sind komplexe Planungen im Bereich der Logistik und der Prozesssteuerung erforderlich.

Die meisten dieser Probleme lassen sich im Bereich des Flüssigbeton-Recycling vermeiden. Denn hier haben Sie den zu recycelnden Stoff bereits in Ihrem Unternehmen vor Ort. In speziellen Systemen werden die Bestandteile des Restbetons aufgeschlüsselt und anschließend wieder zur Herstellung neuen Betons verwendet.

Die rechtlichen Anforderungen sind hier deutlich weniger streng als bei einer Wiederverwertung von Festbetonabfällen.

Fazit: Beton nachhaltig nutzen – CO₂ reduzieren und Kosten sparen

Ja, Beton kann umweltfreundlich sein – vorausgesetzt, die Wiederverwertbarkeit wird konsequent umgesetzt. Frischbeton- und Festbetonrecycling senken CO₂, sparen Wasser und Rohstoffe. Flüssigbeton‑Recycling ist ein Schlüssel, um Wasser und Gesteinskörnung zurückzugewinnen, CO₂ zu reduzieren und Kosten zu sparen. Entscheider in der Betonindustrie sollten daher aktiv auf Recyclinganlagen setzen, um ökologische und wirtschaftliche Vorteile zu vereinbaren.

Kontaktieren Sie uns – Ihr Weg zu nachhaltigem Beton

Unsere Kundenberater stehen Ihnen gern zur Seite und zeigen Ihnen, wie auch Sie mit einem System zur Rückgewinnung oder zum Recycling von Flüssigbetonresten Ihr Unternehmen nachhaltiger aufstellen können. Dabei können Sie zwischen einem Standard-System oder einer individuell auf die Belange Ihres Unternehmens zugeschnittenen Anlage wählen.

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