In vielen historisch gewachsenen Betonwerken gehören offene Absetzbecken zum Unternehmensbild. Diese Gruben dienen seit Jahrzehnten als passive Auffangstation für die Rückstände der Fahrmischerreinigung. Bei genauerer Betrachtung der Prozesskette entpuppen sich diese Relikte jedoch als ökologische und ökonomische Belastungsproben. Während die eigentliche Betonproduktion hochgradig automatisiert abläuft, stagniert die Entsorgung der anfallenden Schlämme auf dem Stand der 1980er Jahre. Das Ausbaggern dieser Massen bindet Personal und Maschinen. Zusätzlich belasten der hohe Wasserverlust und der Dieselverbrauch der schweren Räumgeräte die Umweltbilanz des Standorts.
Bei einer Neuplanung verzichten Betreiber fast ausnahmslos auf offene Klärsysteme. Die Logik dahinter ist klar: Der Umgang mit flüssigem Schlamm verursacht unnötige CO2-Emissionen und hohe Entsorgungsgebühren. Diese Ausgaben verschwinden oft unter „allgemeinen Betriebskosten“, höhlen dort aber stetig die Marge aus. Ein Retrofit durch eine mechanische Druckfiltration stellt mehr als eine reine Investition in neue Hardware dar. Es korrigiert einen wirtschaftlichen und ökologischen Nachlass aus der Vergangenheit.
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Die unsichtbaren Kosten des manuellen Schlamm-Handlings
Das Ausbaggern von Absetzbecken gehört zu den unbeliebtesten Aufgaben im Werk. Es handelt sich um eine Tätigkeit ohne jede Wertschöpfung. Die Zeitrechnung für diesen Aufwand beginnt bei der täglichen Sichtkontrolle und endet beim aufwendigen Räumen der Gruben. Ein Mitarbeiter investiert in einem Durchschnittswerk schätzungsweise 200 bis 400 Stunden pro Jahr in diese Prozesse. Dies entspricht der Arbeitsleistung von zehn vollen Wochen. Diese Kapazitäten fehlen für die Instandhaltung der eigentlichen Mischanlage oder die Optimierung der Produktion.
Materialabtrag durch abrasive Prozesse
Der Einsatz schwerer Räumgeräte im feuchten Betonschlamm führt zu einem unkontrollierten Materialabtrag. Quarzsandpartikel dringen in jede Dichtung und jedes Gelenk der Lademaschinen ein. Die Reparaturintervalle für Radlader verkürzen sich unter diesen Bedingungen, Hydraulikzylinder lecken vorzeitig. Die Schaufeln benötigen häufige Aufpanzerungen, um der ständigen Reibung standzuhalten. Diese Werkstattkosten tauchen in der Bilanz selten beim Thema Abwasser auf, sind aber eine direkte Folge der veralteten Sedimentationstechnik.
Hoher Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß
Neben den Instandsetzungskosten belastet der Dieselverbrauch die Liquidität. Die interne Logistik der Reststoffe verbraucht jährlich zwischen 500 und 1.000 Liter Kraftstoff. In Zeiten strenger Zertifizierungen durch das CSC (Concrete Sustainability Council) stellen diese Emissionen ein vermeidbares Hindernis dar. Ein Retrofit auf die automatisierte ClearPress-Filtration eliminiert diese Fahrten vollständig. Die Umweltbilanz verbessert sich ohne zusätzliche Kompensationszahlungen. Der Betrieb wird unabhängig von steigenden CO2-Preisen für fossile Brennstoffe im internen Fuhrpark.
Das physikalische Problem der Hydratation im Becken
Die Belastung verstärkt sich durch die unregelmäßige Auslastung im Tagesverlauf. Nach der abendlichen Reinigung der Mischer fällt das Material schwallartig an. In den Absetzbecken beginnt der Zementleim sofort mit der Hydratation. Er verfestigt sich am Boden der Grube. Die Entfernung dieser teilweise ausgehärteten Schichten erfordert massive mechanische Gewalt. Dies beschädigt oft die Bausubstanz der Betonbecken selbst, ganz abgesehen von dem Verschleiß der eingesetzten Geräte. Die ClearPress hingegen nutzt ein intelligentes Vorlagebecken mit dichteabhängigem Rührwerk. Sie arbeitet diesen Schwall über Nacht automatisiert ab. Es entstehen keine harten Ablagerungen, da der Prozess im Fluss bleibt.
Präzise Betonqualität durch sauberes Recyclingwasser
In Absetzbecken bleibt das Wasser fast immer trüb. Winzige Feinstoffe sinken nicht ab, sondern schweben weiter im Becken. Dadurch schwankt die Dichte des Wassers unkontrolliert. In der Praxis liegt dieser Wert oft zwischen 1,02 und 1,10 kg/dm³. Das klingt nach einer kleinen Abweichung, verursacht in der Produktion jedoch eine teure Kettenreaktion.
Schmutzpartikel stören die Betonchemie
Moderne Betonzusatzmittel reagieren empfindlich auf diese Schwebstoffe. Die winzigen Partikel ziehen die teure Chemie wie ein Magnet an. Das Fließmittel lagert sich am Schlamm an, anstatt seine Wirkung am Zementkorn zu entfalten. In der Folge verpufft ein Teil der Wirkung.
Um diesen Effekt auszugleichen, greifen viele Werke zu einem teuren Trick: Sie erhöhen die Dosierung der Zusatzmittel. Diese Sicherheitszuschläge treiben die Materialkosten pro Kubikmeter unnötig in die Höhe. Mit der ClearPress erhalten Sie hingegen Wasser mit einer konstanten Dichte von nahezu 1,0 kg/dm³. Es verhält sich im Mischer wie Frischwasser. Die Chemie wirkt exakt so, wie das Labor es geplant hat.
Das Problem mit dem Wasseranteil
Ein zu „dickes“ Recyclingwasser verfälscht die gesamte Rezeptur. Wenn Sie dem Mischer 180 Liter Wasser mit einer Dichte von 1,07 zugeben, landen gleichzeitig etwa 12 Kilogramm unkontrollierter Schlamm in der Trommel. Dieser Feststoffanteil fehlt an anderer Stelle als flüssiges Anmachwasser.
Das Ergebnis ist ein zu trockener Beton. Auf der Baustelle führt dies oft zu Problemen bei der Verarbeitung. Durch die Filtration bleibt die Masse des Wassers identisch mit der tatsächlichen Flüssigkeitsmenge. Das Rezept stimmt auf das Kilogramm genau. Die Einhaltung der DIN EN 1008 gelingt ohne tägliche manuelle Dichtemessungen.
Saubere Leitungen und hellwache Sensoren
Klares Wasser schont zusätzlich die gesamte Mischanlage. Schlammwasser bildet mit der Zeit harte Krusten in den Zuleitungen und an den Wiegebehältern. Diese Ablagerungen verengen die Rohre und machen die Waagen ungenau.
Besonders die Sensorik profitiert von der Aufbereitung:
- Präzise Wiegung: Die Behälter bleiben frei von Verkrustungen. Das sichert die exakte Dosierung jeder Charge.
- Funktionierende Messtechnik: Feuchtesensoren und Füllstandsmesser werden durch Schlammfilme oft „blind“. In klarem Wasser liefern sie dauerhaft verlässliche Daten.
- Längere Reinigungsintervalle: Der Aufwand für die mechanische Reinigung des Mischers sinkt spürbar.
Die ClearPress macht aus einem problematischen Reststoff einen hochwertigen Rohstoff. Das sichert die Basis für anspruchsvolle Sichtbetone oder hochfeste Bauteile.
Kleineres Volumen, geringere Logistikkosten
Einer der größten Kostentreiber ist das Gewicht des Abfalls. Wer nassen Schlamm abtransportiert, zahlt beim Entsorger für Wasser. Ein Kubikmeter Nassschlamm wiegt deutlich mehr als die gleiche Menge entwässerter Feststoff.
Die ClearPress erzeugt mit einem Pressdruck von 12 bar einen stichfesten Filterkuchen mit einer Restfeuchte von unter 20 %. Das Ergebnis ist eine Volumenreduktion, die sich direkt in der Transportlogistik niederschlägt.
- Bei einer angenommenen Anfahrt von 12 Kilometern zur Deponie lassen sich durch den Einsatz der Presse jährlich bis zu 10.000 Kilometer LKW-Fahrt einsparen.
Sie bezahlen nicht mehr für den Transport von Wasser, das Sie im Werk behalten könnten. Da der Filterkuchen stichfest ist, entfällt die Notwendigkeit für flüssigkeitsdichte Spezialmulden, was die Auswahl an Entsorgungsdienstleistern vergrößert und den Preisdruck senkt.
Automatisierte Entsorgung auf kleinster Stellfläche
Ein häufiger Einwand gegen ein Retrofit ist der vermeintlich hohe Platzbedarf. Das Gegenteil ist der Fall: Ein offenes Beckensystem nimmt oft hunderte Quadratmeter wertvoller Werksfläche ein, die für Lagerung oder Produktion genutzt werden könnten.
Die technischen Fakten der ClearPress relativieren das Platzproblem:
- Kompakte Bauweise: Die reine Kammerfilterpresse benötigt lediglich eine Stellfläche von ca. 3,5 x 1,0 Metern.
- Container-Lösung: Für die komplette Anlage inklusive Steuerung und Pumpentechnik reicht ein Bereich von ca. 3 x 6 Metern.
- Integration in den Bestand: Da die Anlage modular aufgebaut ist, kann sie oft in bestehende Gebäude integriert oder auf einer ungenutzten Ecke des Geländes platziert werden.
Durch den Entfall der Absetzbecken gewinnen Werke Flächen zurück, die wirtschaftlich sinnvoller genutzt werden können als für die Lagerung von flüssigem Abfall.
Membranpumpen stoppen den täglichen Verschleiß
Die technologische Zuverlässigkeit der ClearPress gegenüber passiven Becken zeigt sich im Prozess-Design. In Absetzbecken werden oft einfache Tauchpumpen eingesetzt, die im abrasiven Milieu innerhalb weniger Monate verschleißen.
Die ClearPress setzt auf aktive Werterhaltung:
- Mediengetrennte Pumpen: Kugelmembran- oder Schlauchpumpen verhindern, dass der Quarzsand mit den Antriebsteilen in Berührung kommt. Das verlängert die Wartungsintervalle erheblich.
- Pufferung von Spitzenlasten: Ein Vorlagebecken puffert die Lastspitzen der Mischerreinigung ab. Die Presse arbeitet diesen Vorrat dann kontrolliert und automatisiert ab.
- Selbstreinigung: Integrierte Spülzyklen und eine automatisierte Nachsäuerungsstation verhindern, dass das System durch Zementrückstände oder Kalk blockiert wird. Während ein Absetzbecken manuell gereinigt werden muss, pflegt sich die ClearPress weitgehend selbst.
Das Ende der versteckten Kosten
Die Investition in eine ClearPress rechnet sich nicht nur durch die Einsparung von Entsorgungsgebühren. Die wahre Amortisation liegt im Wegfall der „stillen“ Kosten: Arbeitszeit, Diesel, unnötiger Verschleiß am Radlader und das Risiko von Produktionsfehlern durch schwankende Wasserqualität.
Wer die Kosten für das manuelle Handling und die Wasserverschwendung konsequent zusammenrechnet, erkennt schnell: Das Absetzbecken ist kein Naturgesetz, sondern eine Kostenfalle, die sich durch ein Retrofit schließen lässt. Die ClearPress wandelt einen chaotischen, manuellen Prozess in einen sauberen, automatisierten Ablauf um.
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FAQ – Fachwissen zur Entwässerung
Wie lange dauert der Umbau von Absetzbecken auf ClearPress?
Die Installation der Anlage selbst ist innerhalb weniger Tage abgeschlossen. Da das System modular geliefert wird, kann der Anschluss an die bestehende Wasserführung oft bei laufendem Betrieb vorbereitet werden.
Was passiert mit den alten Absetzbecken?
Diese können entweder verfüllt werden, um Fläche zu gewinnen, oder sie dienen als saubere Pufferbecken für das filtrierte Wasser. Ein Einsatz als Schlammgrube ist nach dem Retrofit nicht mehr notwendig.
Muss der Filterkuchen sofort entsorgt werden?
Nein. Da der Kuchen stichfest und stapelbar ist, kann er problemlos auf dem Werksgelände zwischengelagert werden. Er läuft nicht aus und verursacht keine Verschmutzungen durch abfließendes Wasser.
Wie hoch ist der Energieverbrauch wirklich?
Durch das patentierte Effizienzpaket und die dichteabhängige Steuerung sparen Sie bis zu 85–90 % der Energiekosten im Vergleich zu einem permanent laufenden Rührwerk in einer Grube ein.
Brauche ich für die Bedienung geschultes Personal?
Nein. Die Anlage arbeitet vollautomatisch. Das Personal muss lediglich den Abtransport des Filterkuchens koordinieren und periodisch den Füllstand der Nachsäuerung kontrollieren. Alle Parameter werden sensorgesteuert überwacht.




